Zwischenbericht zu Cattenom-Stresstest vorgelegt

Zwischenbericht zu Cattenom-Stresstest vorgelegt – Peter sieht Befürchtungen bestätigt / Erörterung mit EU-Kommissar Oettinger heute in Brüssel

Der Stresstest-Beobachter für das Saarland, Dieter Majer, hat seinen Zwischenbericht zum Stresstest für das Atomkraftwerk Cattenom vorgelegt und darin auf gravierende Mängel hingewiesen. „Der Zwischenbericht bestätigt unsere Befürchtungen, dass das Atomkraftwerk Cattenom nicht sicher zu betreiben ist“, so die saarländische Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr Simone Peter.

Obwohl mit dem Stresstest nur eine sehr eingeschränkte Prüfung verbunden ist, wurde dieser Prüfumfang von der EdF nicht vollständig abgearbeitet. So fehlen im Betreiberbericht Aussagen zur Beschädigung des Containments, wie sie  z.B. beim Absturz von Flugzeugen auftreten kann. Auch im Bereich der Erdbebensicherheit weist das Kraftwerk Defizite auf, denn die Wasserversorgung aus der Mosel oder zumindest die Ersatzwasserversorgung aus dem Mirgenbachsee zur Reaktorkühlung ist nicht in jedem Fall sichergestellt.

Ausschlaggebend wird die für Anfang 2012 angekündigte Stellungnahme der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN sein. Entscheidend ist, welche Maßnahmen und Umsetzungsfristen die ASN von dem Kernkraftwerksbetreiber fordern wird. Die vom Kraftwerksbetreiber EdF vorgesehenen Fristen zur Mängelbeseitigung sind auf jeden Fall zu lang und vor dem Hintergrund der eklatanten Risikofolgen nicht zu akzeptieren.

„Die ASN sollte vor dem Hintergrund von Fukushima genauestens und mit der gebotenen Objektivität und Sorgfalt die entsprechenden Maßnahmen, bis hin zur Stilllegung prüfen. Atomkraft muss angesichts des Risikos für uns alle, auch in Frankreich, ein Auslaufmodell werden“, fordert die saarländische Ministerin.

Das Thema Stresstest ist europapolitisch von enormer Tragweite. Auf europäischer Ebene wird die Ministerin daher heute mit EU-Kommissar Günther Oettinger dieses Thema auch im Rahmen eines Gesprächs in Brüssel diskutieren.

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