Waldzustandsbericht 2012: Jeder dritte Baum im Saarland deutlich geschädigt – Kalkung soll Regeneration der Waldböden erleichtern

Pressemitteilung vom 24.01.2013 – 14:00 Uhr

„Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2012 bieten uns ein weiterhin alarmierendes Bild, denn jeder dritte Baum im Saarland zeigt deutliche Schäden“, so fasst der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Roland Krämer, kurz zusammen. „Die im Jahr 2006 begonnene Erholung hat sich 2012 nicht mehr fortgesetzt.“

Gegenüber 2011 entwickelten sich die Kronenschäden bei den einzelnen Baumarten sehr unterschiedlich. Eine deutliche Verschlechterung ist bei der Eiche, der Douglasie und den sonstigen Laubbäumen zu verzeichnen, verbessert hat sich hingegen der Kronenzustand von Buche und Kiefer. Im Mittel nehmen die so genannten deutlichen Schäden (Schadstufen 2-4) um 7 Prozentpunkte auf 34 % zu; die Gesamtschäden (Schadstufen 1-4) halten sich mit 74 % auf dem Niveau des Vorjahres.

Bei der Waldzustandsinventur des vergangenen Jahres schnitt die Eiche am schlechtesten ab. Die deutlichen Schäden (Schadstufen 2-4) stiegen 2012 sprunghaft von 18 auf 51 % an. Bei über 40 % der Eichen wurden Fraßschäden durch Eichenwickler und Frostspanner festgestellt.

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Die Fichten-Schäden stiegen um 3 Prozentpunkte auf 19% an.

Bei der Buche sieht es besser aus: Hier fielen die deutlichen Schäden auf einen Wert von 35 % (2011: 51 %). Allerdings bewegt sich diese Prozentzahl nach mehreren witterungsbedingt günstigen Jahren für die Buche immer noch auf besorgniserregend hohem Niveau.

Bei der Kiefer dauert die Erholungsphase offensichtlich noch an. Bei den deutlichen Schäden ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 17 % auf 27 % zu verzeichnen.

Die langfristige Beobachtung der Bäume zeigt, dass neben Schadstoffen aus der Luft auch Witterungsbedingungen und biotische, also durch Lebewesen verursachte Faktoren erheblichen Einfluss auf das Gesundheitsbild haben. Baumschäden bedingt durch Luftschadstoffe lassen sich am Kronenbild, aber auch in der Bodenchemie ablesen.

„Angesichts der zunehmenden Versauerung der Waldböden werden wir, wie bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, das Kalkungsprogramm von 2009 wieder aufnehmen. Wir sind uns bewusst, dass die Kalkung der Böden nur die Symptome behandelt und nicht die Ursachen beseitigt. Dennoch halten wir sie für unerlässlich, um dem Waldökosystem die spätere Regeneration zu erleichtern“, so Staatssekretär Krämer.

Das sollen aber nicht die einzigen Maßnahmen sein. Das Repertoire an waldbaulichen Mitteln (Förderung von Mischbeständen, die baumartenreich und unterschiedlich im Alter sind) und die Einhaltung bestimmter Regeln bei der Holzernte (z.B. keine Holzernte von Stämmen und Ästen, die weniger als 10 cm Durchmesser haben), sollen hier ebenso einen Beitrag leisten.

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