Schwerdorff und die Grafen von Esch

Schwerdorff ist nachweislich bereits im 10. Jahrhundert eigenständige katholische Pfarrei. Der Ort taucht auf einer Liste des von 931 bis 956 amtierenden Trierer Bischofs Ruotbert auf, welche 74 Pfarreien benennt, die zur jährlichen Wallfahrt zu Ehren des Heiligen Liutwin nach Mettlach verpflichtet waren.

Die erste Pfarrkirche wurde wegen Baufälligkeit kurz nach dem Jahr 1749 abgerissen. Ein 1754 errichteter Neubau bot Platz für 612 Personen und besaß zwei Glocken, von denen eine im Jahre 1793 von Soldaten nach Saarlouis verbracht und dort zu einer Kanone umgegossen wurde. Erst 1835 war die Neuanschaffung einer zweiten, in Hettange-Grande gegossenen Glocke zum Preis von 900 Francs möglich. Dieser Betrag wurde durch Spenden aufgebracht, die Pfarrer Nicolas Hiéronimus (1803–1860, Amtszeit 1834–1860) von Haus zu Haus sammelte. Im März 1846 riss die ältere der beiden Glocken während des Läutens; im Juli desselben Jahres konnte sie neu gegossen und geweiht werden. Bereits im Oktober kam es erneut zu einem Riss derselben Glocke, so dass im März 1847 ein Neuguss erfolgte. Offenbar stand die Glocke unter keinem guten Stern, denn als sie am 22. Dezember 1864 zu einer Messe rief, trat abermals ein Riss auf.

Kurz zuvor hatte man im Jahre 1861 beschlossen, die Kirche zu vergrößern, da sie inzwischen für die Gemeinde zu klein geworden war. Dazu wurden im Jahre 1865 Chor und Sakristei abgerissen, und am 25. Mai 1865 (Christi Himmelfahrt) wurde der Grundstein für den Neubau gelegt. Die behauenen Steine stammen aus den Steinbrüchen von Großhemmersdorf; außerdem wurden Steine des abgerissenen alten Chores wiederverwendet.

Von den beiden vorhandenen Glocken war bekanntlich eine gerissen; nur die kleinere war noch verwendbar. Am 16. April 1866 konnten endlich drei neue Glocken geweiht werden, wobei man aus Kostengründen die beiden vorhandenen Glocken hatte einschmelzen lassen.

Die Fliesen der Kirche stammen von Villeroy & Boch aus Mettlach und wurden vom 7. bis 16. Mai 1866 von Spezialisten der Keramikfabrik verlegt. Als am 24. Mai 1866 die neue Kirche geweiht werden konnte, harrte nur ihre Inneneinrichtung noch der Vollendung.

Weil das Schiff und der Glockenturm nicht mehr zum Erweiterungsbau passen, wurde 1885 ein Neubau dieser beiden Teile der Kirche begonnen. Der Grundstein wurde am 18. Juni 1885 gelegt, die Weihe der im neoromanischen Stil konnte bereits am 13. September 1886 stattfinden.

Der 1909 angetretene neue Pfarrer Pierre Nicolay (1877–1941, Amtszeit 1909–1926) setzte sich für ein neues, aus vier Glocken bestehendes melodischeres Geläut ein, das schließlich von der Fonderie Jeanne d’Arc à Robécourt gegossen und am 18. September 1911 geweiht wurde. Die Kosten betrugen von 14.000 Mark.

Die Kirche heißt Notre-Dame de l’Assomption, weil sie das Patrozinium Mariä Aufnahme in den Himmel trägt. Ihr Pfarrfest wird folglich am 15. August gefeiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerdorff

Wappen der Grafen von Esch in der Schwerdorffer Kirche

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