Eröffnung der Haltestelle ( Bahnhof ) Silwingen

Eröffnung des Haltepunkts Silwingen am 7.August 1936.

Die Bahnlinie Merzig – Bettlanville (Bettsdorf) wurde am 1 November 1917 eröffnet.
Es dauerte 19 Jahre bis Silwingen erstmals eine Haltestelle oder einen Haltepunkt erhielt.
Den Silwinger Bürgern blieb damit der Weg zum Bahnhof Mondorf erspart.

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Anfangs der dreißiger Jahre kam es zu Streitigkeiten zwischen Frankreich und der
DRG ( Deutsche Reichsbahn Gesellschaft). Die Franzosen verlangten eine Benutzungsgebühr von 250.000 Franc im Jahr und und forderten das die Züge, die durch den 1715Meter langen Tunnel in Silwingen fuhren, von denen 621 Meter auf französischem Gelände lagen, eine zweifache Kontrolle. Das dies Schikane war sei dahin gestellt, wie sollte eine zweifache Kontrolle im Tunnel möglich sein? Der französische Teil des Tunnel befindet sich genau in der Mitte.

Ab 1933 verkehrten auf der kurzen Strecke von Merzig nach Silwingen Wismaer Schienenbusse. Die von einem Dieselmotor angetrieben wurden.
Die Motoren waren vorne an den Treibwagen angebracht und ragten dort hinaus wie eine Schnauze. Die Schienenbusse  nannte man liebevoll „Schweineschnäutzchen“.
Sie wurden für je 200000 Francs von den Saar-bahnen beschafft.

Auf der Strecke bis Silwingen verkehrte ein in Merzig stationierter Schienenbus.
Es kann sich nur um die Nummern VT 13309 und VT 13310 gehandelt haben.
Der Wismaer Schienenbus VT 133 010  kann man heute in Wismar bei den Wismarer Eisenbahnfreunden besichtigen.

Nach dem die Nazis die Macht in Deutschland übernommen hatten, kam es am 13. Januar 1935  zur Saarabstimmung.
Heim ins Reich hieß es damals:
„Am 1. März 1935 wurde das Saargebiet wieder mit dem Deutschen Reich vereinigt und aus der Eisenbahndirektion des Saargebiets und der Rbd Trier die Rbd Saarbrücken gebildet. Die 41 SAAR-P 8 2401 – 2441 wurden umgezeichnet zu 38 3833 – 3873. Zugleich gingen gemäß Baseler Übereinkommen vom 2. Februar 1935 die drei von Frankreich betriebenen, im Saargebiet gelegenen Strecken Völklingen – Überherrn, Dillingen – Niedaltdorf und Merzig – Silwingen auf die Reichsbahn über. Mit ihnen erhielt die Reichsbahn sieben Lok, darunter die beiden AL-Lok 2350 und 2351, die zu 38 3874 und 3875 wurden. 38 3875 wurde jedoch noch 1935 ohne Umzeichnung ausgemustert.“  (Wenzel Seite 211 Kapitel zur Rbd Saarbrücken)

„Gleichzeitig mit der Übernahme der SAAR-Bahnen übernahm die Reichsbahn am 1. März 1935 von der AL-Bahn die Betriebsführung auf den Strecken Merzig – Bettsdorf, Dillingen – Bouzonville (Busendorf) und Völklingen – Hargarten. Neben einer G 7.1, drei G 7.2 und einer G 8.1 übergab die AL-Bahn der Reichsbahn die beiden P 8 Nr. 2350 und 2351. Das RZA wies ihnen die Betriebsnummern 38 3874 und 38 3875 zu. 38 3875 wurde noch im Oktober 1935 ohne Umnummerung ausgemustert, vermutlich wegen alter Bauart, da sie als einzige aus dem Jahre 1908 stammte und noch einen Zylinderdurchmesser von 590 mm aufwies.“
(Wenzel Kapitel zu Frankreich, S. 447)

Ab 1935 fuhren französische Züge nur noch bis Waldwisse.

Die DRG akzeptiere das natürlich nicht und am 3.12.1936 wurden die beiden auf deutschem Gebiet liegenden Tunnelportale endgültig zu gemauert.
Der Verkehr nach Frankreich war dadurch nicht mehr möglich.

Letzter deutscher Bahnhof vor der Grenze war damit Mondorf.
Darauf hin bekam Silwingen 1936 einen Haltepunkt der aus einer Wellblechbude und einem Stationsschild bestand.

Die Biringer die früher immer den Waldwisser Bahnhof nutzten hatten nun den langen Weg zum Mondorfer Bahnhof gespart.
Und die Silwinger Bürger hatten endlich ihren eigenen kleinen Bahnhof und mussten nicht mehr in Mondorf zusteigen.
Die Fahrkarten von Silwingen aus löste man im Zug.

1936 waren 10 Fahrten vorgesehen. Die Fahrt von Merzig nach Silwingen und umgekehrt dauerte 17 Minuten und kostete 70 und sonntags 45 Reichspfennige.
Da das Fahrgastaufkommen 1935 sehr stark anstieg mussten zusätzliche Züge eingesetzt werden.
Es kamen Lokomotiven der Baureihen T9 und T13 zum Einsatz.

Im Dezember 1936 mauerte die Firma Sarkander im Auftrag der DRG die Tunnelportale zu und entfernte alle Gleise.
Mondorf diente nun als End- und auch als Zollbahnhof auf deutscher Seite.
Täglich wurden hier 230 Passagiere abgefertigt.
Ein reger Güterverkehr kam hinzu. Den gößten Teil am Güterverkehr hatte das 1923 in Mondorf gegründete Dolomitwerk.
Neben  monatlich 185 Waggons mit 3000 Tonnen Kalk und 55 Wagen mit bis zu 1000 Tonnen wurden zahlreiche Forst und landwirtschaftliche Produkte dort  verladen.
Am 3 September 1939, zwei Tage nach dem Ausbruch des 2 Weltkrieges, wurde die Mecherner Saarbrücke gesprengt.
Und damit kam der Zugverkehr von Merzig nach Silwingen ganz zum Erliegen.

Zur Zeit des Westwallbaus war die Strecke Merzig-Silwingen 1938 und 1939 zeitweise gesperrt.
Eisenbahnbusse übernahmen in dieser Zeit die Fahrten auf von Merzig über Hilbringen-Mechern-Mondorf-Silwingen und Biringen.

Die Gleise setzte man im Winter 1940 zwischen Mondorf und Silwingen wieder instand und der Tunnel wurde als Feldlazarett benutzt.

Ab 1940 wurde die Strecke von Mondorf nach Bettsdorf wieder betrieben., nachdem Lothringen wieder dem Deutschen Reich eingegliedert wurde.

Der in Mondorf geförderte Kalk wurde nun über den Umweg über Homburg-Budange-Bouzonville zur Dillinger Hütte gebracht.
Wie mag wohl damals die Lärmbelästigung dieses regen Zugverkehrs in Silwingen zu vernehmen gewesen sein.

Im September 1940 wurde von der deutschen Reichsbahn ein „Kraftwagen-Linienverkehr“ zwischen Merzig,Hilbirngen, Mechern Mondorf und Silwingen ein, um den Güterverkehr auf dieser Strecke zu gewährleisten.
Ein paar Tage später verkehrte dort dann auch ein Omnibus.

Zwischenzeitlich während des 2 Weltkriegs gelang es immer wieder den Zugverkehr wieder in Gang zusetzen.

Am 21.11.1944 kam es zur Sprengung des Silwinger Tunnels sowie der umliegenden Straßenbrücken.

Bis 1948 war die Gegend ohne Verkehrsanbindung.
Es wurde eine Omnibuslinie von Merzig nach Biringen eingerichtet und von der Bahn betrieben.
Später wurde diese Strecke vom Merziger Omnibusbetrieb Kirsch übernommen.
Diese Buslinie besteht auch heute noch.
Und wird vom Nachfolgebetrieb der Firma Kirsch weiterhin befahren.
Diese Strecke hat damit quasi eine Sonderstellung was auch an den doch hohen Preisen für die kurzen Fahrstrecken ersichtlich ist.

Bahnstation1935

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