Die Namen der Merziger Anstalt -Der goldene Reiter

„An der Umgehungsstrasse / Kurz vor den Mauern unserer Stadt / Steht eine Nervenklinik / Wie sie noch keiner gesehen hat.… Hey, hey, hey, ich war der Goldene Reiter… und fiel so hoch von der Leiter“
Joachm Witt „Goldener Reiter“ 1980

Als Anstalt oder Irrenanstalt war sie uns als Kinder bekannt.

Sie flößte uns Respekt und Angst ein, dieser große, rote Sandsteinkomplex.
„Dau kömscht en de Anstalt, bei de Vereckten…“ wurde uns als Kinder manchmal gedroht wenn wir uns daneben benahmen.
Obwohl der Name Anstalt oder Irrenanstalt offiziell schon lange nicht mehr existierte, war dieser alte Ausdruck innerhalb der Bevölkerung immer noch im Umlauf.
Die erste Begegnung innerhalb der mauern hatte ich so 1076/77. Als Malerlehrling hatte ich öfters dort zu tun.
Es war schon ein mulmiges Gefühl als man das Tor passiert hatte und sich durch den Innenbereich auf den weg zur Arbeitsstelle machte.
Und einmal mußten wir durch einen großen Schlafsaal in dem die Kranken wie anno dazu mals lagen. Kein schöner Anblick.

Gegründet  1876 zusammen mit vier anderen Anstalten  in Grafenberg, Andernach, Düren und Bonn.
Zwischen 1872 und 1882 lösten fünf neue Anstalten in Andernach, Grafenberg, Merzig, Düren und Bonn das inzwischen veraltete, gefängnisartige Haus in Siegburg ab.

Die Namen der Institution:
1876           Provinziale Irrenanstalt Merzig
1912           Provinziale Heil- und Pflegeanstalt Merzig
nach 1945 Landesnervenklinik
ab 1960     Landeskrankenhaus
1998          Saarländische Heilstätten Gesellschaft (SHG)

Postkarte 1905

 

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