Archiv der Kategorie: Brauchtum

Wetterregeln – Bauernregeln 22 Januar

22. Januar: St. VinzenzVinzenz von Valencia
Nach Vinzenz benannte Christop Kolumbus die Karibikinsel St. Vincent, da diese Insel von ihm am Gedenktag des Heiligen entdeckt wurde.

Die Winzer bitten heute den Hl. Vinzenz um Segen für das Wachstum des Weines. Der Märtyrer Vinzenz von Saragossa war der Legende nach Diakon des Bischofs Valerius von Valencia in Spanien. Vinzenz wird zumeist einer mit Traube in der Hand abgebildet, denn er ist Schutzpatron der Winzer, aber auch der Dachdecker, Seeleute und Holzfäller.

Ein alter Brauch verrät den Winzern schon im Januar, was das Jahr ihnen bringen könnte. „Rinnt Vinzenz, wird der Keller voll sein“, sagt der Volksmund und beschreibt damit den Brauch des Vinzenzreben-Schnittes, bei dem die Weinrebe vom Stock abgeschnitten wird. Rinnt sofort der Saft, dann wird auch der Wein fließen. Danach wird die Rebe zum Austreiben in ein Glas Wasser gelegt. Aus der Anzahl der Sprossen kann dann die Menge des Weinertrages erschlossen werden.

Auch in unserer Gegend wurde früher Wein angebaut. Auf verschiedenen Dörfern des Gaus bis etwa 1900.
Zum Beispiel zeugt noch heute der Straßenname „Im Wingert“ in Mondorf davon
Die Steinterrassen oberhalb dieser Straße findet man immer noch im Wald.

Vor 2000 aber wurde unterhalb des Linnenbergs wieder Wein angebaut. Eine private Initiative von
Ewald Johannes (+).
Der Name „Silwinger Schüttelfrost“ zeugte von der Herbe dieses Rebbensaftes.

Viele Bauernregeln dieses Tages drehen sich um den Wein.
Früher begann der Rebschnitt am St. Vinzenz-Tag

Beim Heiligen Vincentius gibt’s neuen Frost oder Winterschluss.
An St. Vinzent, da hat der Winter noch kein End’.
Kommt Sankt Vinzenz tief im Schnee, bringt das Jahr viel Heu und Klee.
Wenn Agnes und der Vinzenz kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen. (? 21. Januar)
An dem Tag Vinzenzius jede Rebe treiben muss.
Wie’s Wetter am St. Vinzenz war, so kann’s auch sein das ganze Jahr: Schönes Wetter bringt Gewinn, drum merk’ den Tag in deinem Sinn.
An Vinzenzi voller Sonnenschein lässt uns hoffen auf Korn und Wein // … bringt uns reichlich Korn und Wein // … bringt dem Winzer guten n,
Vinzenzi Schein bringt viel Wein.
Scheint die Sonne an Vinzenzi blass, mit gutem Wein füllt sie das Fass.
Hat der Vinzenz Wasserflut, ist es für den Wein nicht gut; schüttet es gar in die Wann’ – o weh, wie wird er dann?
Geht der Vinzenz im Schnee, gibt es viel Heu und Klee.

Wetterregeln – Bauernregeln 21 Januar

21 Januar St. Agnes
Agnes ist Heilige der Keuschheit, der Jungfrauen, der Gärtner und der Kinder

Heut an Agnes mache Schluß mit dem letzten Neujahrsgruß

Wenn St. Agnes gekommen, wird neuer Saft im Baum vernommen.
Ziehen Wolken am Agnestag über den Grund, bleibt die Ernte stets gesund.
Die Agnessonne hat weder Kraft noch Wonne.
Sonnenschein am Agnestag, die Frucht wurmstichig werden mag
Wenn Agnes und Vincentus  ( 22. Januar) kommen, wird neuer Saft im Baum vernommen.

 

agnes

Wetterregeln – Bauernregeln 18 Januar

18 Januar
Tag des Schneemanns
Verworfener oder Schwendttag
Ein Schwendtag (auch: verworfener Tag oder Unglückstag) ist im Volksglaube ein Tag, an dem nichts Neues (z. B. Urlaub, Reise, Arbeit, Operation, Heirat, Verlobung, Geschäftsabschlüsse) begonnen werden soll. Während an den Schwendtagen bestimmte Tätigkeiten unterlassen werden sollten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwendtag

Hat Petri Stuhlfeier Eis und Ost, bringt der Winter noch herben Frost.

Petri Stuhlfeier) ist ein Gedenktag im Kirchenjahr der römisch-katholischen Kirche.
Ein zweites Fest der Kathedra Petri, das später in den römischen Generalkalender übernommen wurde, feierte man in Gallien seit dem 6. oder 7. Jahrhundert am 18. Januar. Papst Johannes XXIII. vereinigte beide Gedenktage wieder zu einem am 22. Februar gefeierten.
Darum findet man auch heute immer noch Wetterregeln die sich auf die Petri Stuhlfeier am 1 Januar beziehen

Bauernregeln – Wetterregeln

17. Januar: St. Antonius

Am Schnee nicht spart Sankt Anton mit dem weißen Bart.
Wenn zu Antoni die Luft ist klar, gibt’s ein trockenes Jahr.
Große Kälte am Antoniustag manchmal nicht lange halten mag.
Der Antonius mit dem weißen Bart, wenn’s da nicht regnet, er mit dem Schnee nicht spart.
Große Kält’ am Antonitag, große Hitz’ am Lorenzitag (10. August). Doch keine lange dauern mag
Um Antonius nehmen die Tag zu um eine kleine Mönchesruh’.

Wetterregeln – Bauernregeln 15 Januar

Wer nach Wetterregeln sucht findet vielleicht für den heutigen Tag ein paar Widersprüchlichkeiten!

http://de.wikipedia.org/wiki/Paulus_von_Theben
Sein Festtag ist der 10. (katholisch) bzw. der 15. Januar (orthodox). Er ist Schutzheiliger der Korb- und Mattenflechter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Habakuk
Sein Gedenktag ist katholisch 2. Dezember oder 15. Januar

Spielt auch die Muck’ um Habakuk, der Bauer nach dem Futter guck.
Die Schnake, die hat leichtes Spiel, bringt der Januar der Wärme viel. Jedoch sticht uns’re Mücke nicht, schwillt auch nicht Habakuks Gesicht.

St. Paulus klar, gutes Jahr, bringt er Wind, regnet’s geschwind.
Ist der Paulustag gelinde, folgen im Frühjahr rauhe Winde.

Wetterregeln – Bauernregeln 9 Januar

 9 Januar –  St. Julian, St. Gregor

    St. Julian bricht das Eis, oder er bringt’s mit von seiner Reis‘
    Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es.
    Scheint an Gregor die Sonne, herrscht bei Korn- und Weinbauern Wonne.
    Wenn der Frost im Januar nicht kommen will, so kommt er im März oder April
    Jänner warm, daß Gott erbarm. Jänner kalt, das gefallt.

Bauernregeln – Wetterregeln 1 Januar

Viel Regen, wenig Schnee, das tut Äckern und Bauern weh.”
Ein Jahr, das schlecht will sein, stellt sich schwimmend ein
Anfang und Ende vom Januar,zeigen das Wetter fürs ganze Jahr.
Neujahr Sonnenschein, lässt das Jahr fruchtbarer sein.
Wenn es zu Neujahr schneit, gibt es viele Bienenschwärme.
Auf trockenen, kalten Januar,folgt viel Schnee im Februar.
Januar warm, das Gott erbarm.
Januar ganz ohne Schnee tut den Bäumen, Bergen, Tälern weh.”

Winter, Rauhnächte, Hl. Abend ….

Wir sind mitten in den Rauhnächten.
Es ist die Zeit der Geister, Toten, Dämonen, Orakel, der wilden Jagd …
Es gibt unterschiedliche Deutungen wann diese Nächte beginnen und enden.  Irgend wann zwischen dem 21 Dez. und dem 6. Jan.
Auf jeden Fall verschmelzen in ihnen auch die uralten Bräuche unserer Ahnen mit denen des Christentums.
Die Zeit zwischen den Jahren, den Dimensionen …

Im Kreislauf der Natur hat jede Jahreszeit ihren Platz und Berechtigung.
Daran sollten auch alle Jene denken die die dunkle Jahreszeit nicht mögen.

Nutzen wir die Dunkelheit und nächtliche Stille zur Ruhe, Besinnung oder einfach nur zum Ausruhen vom Alltag.
Freuen wir uns auf das Weihnachtsfest aber vergessen wir nicht die denen es nicht so gut geht wie uns.

Leider ist der Winter alles andere als Winterlich.
Darum auch dieses Gedicht das  in diese Jahreszeit passt.

Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir in’s Herz hinein!
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

Dort heult im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; – wie’s Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum,
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

Nun brausen über Schnee und Eis
Die Winde fort mit tollem jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Todten auferstehn,
Und deiner Qualen dunkle Horden!
Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Die frischer immer wehn vom Norden!

Nikolaus Lenau

Weitere Gedichte von Lenau findet man beim Projekt Gutenberg

dämmerung1

Bauernregeln – Wetterregeln

04. Dezember: Barbara

Nach Barbara die Sonne weicht auf Luzia (13.12.) sie wieder herschleicht.
Wie der Barbaratag so wird auch der Christtag.
Geht Barbara im Grünen kommt’s Christkind im Schnee.
Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da
Steht die Krähe vor Weihnacht im Klee, so sitzt sie um Ostern im Klee.

 Bekannt ist der Brauch der Barbarazweige. Meist werden Kirsch oder andere Obstbaum oder Zierzweige geschnitten und in eine Vase gestellt.
Zu Weihnachten sollen sie dann Blühen und Glück und Segen bringen.
Die Zweige wurden aber auch als Ernteorakel verwendet. Je mehr Blüten, je mehr Ernteerträge im neuen Jahr.

Wetternregeln – Bauernregeln – Brauchtum

30 November Andreasnacht
Lostag

Der Apostel Andreas gilt als Künder der Zukunft

Das Kirchenjahr endet bis etwa in das 9. Jahrhundert Ende November und begann am 1 Dezember.
Aus diesem Grund findet man auch heute noch viele Bräuche für Jahresende und Jahresanfang.
Meist handelt es sich dabei um Heirats und Liebesorakel.

Was hat es mit dem Andreaskreuz auf sich?
Während seiner Missionsreisen erlitt Andreas im griechischen Patras an einem X-förmigen Kreuz um 60 nach Christus den Märtyrertod.

Wetterregeln:

Schau in der Andreasnacht welch‘ Gesicht das Wetter macht: So wie es ausschaut das ist wahr gibt es ein gutes oder schlechtes Jahr.
Um Andreas hell und klar bringt uns allen ein gutes Jahr. 
Der Andreasschnee liegt oftmals 100 Tage und wird für Grün und Korn dann eine Plage.

 Weitere Infos hier:
http://www.brauchtum.de/fruehjahr/zwischen_den_jahren.html

Datei:Saint Andrew's cross.svg

 

Kalter Mittwoch – Buß und Bettag

Heute ist Buß und Bettag.
Früher bei uns der Kalte Mittwoch.
War damals Feiertag. Man ging damals in den Wald und schwenkte am offenen Feuer und wärmte sich mit Tee mit Rum und diversen Schnäpsen. Lang ist es her.

Ende der 70ziger, Anfang der 80ziger veranstalteten wir dann eine Schnitzeljagd.
Fast das ganze Dorf war auf den Beinen.
Der Weg zum Ziel war mit einigen Kontrollpunkten bestückt, an denen es natürlich auch was zum Aufwärmen gab. Das Ziel war jedes Jahr ein anderes. Und das Wetter war egal. Um so schmuddeliger um so besser.

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