Bericht zur ersten Wanderung des „Historischen Arbeitskreises Silwingen“ am Pfingstsonntag 2019.

Langer Text!

Bericht zur ersten Wanderung des „Historischen Arbeitskreises Silwingen“ am Pfingstsonntag 2019.

Start der Wanderung war am Parkplatz des Heidwaldes, gegenüber dem ersten Windrad, um 9 Uhr 30.

Bis kurz vor halb zehn war noch keiner zu sehen, aber dann kam der große Ansturm.

Nach einer kurzen Begrüßung und Gesprächen begaben wir uns zum Anfang des Waldes und die historische Wanderung begann.

Das erste Thema bezog sich auf die Anfagnszeit des zweiten Weltkrieges und die Aktivitäten der deutschen Wehrmacht im Bereich des Heidwaldes.

Michael Osa zeigte dazu einige original Fotos aus dieser Zeit, die deutsche Soldaten in ihren Stellungen und Quartieren zeigten.

Am Windrad vorbei ging es dann in den französischen Wald das „Kirschholz“.

Dort befindet sich immer noch ein Panzergraben, der sich damals über mehrere Kilometer erstreckte. Heute durchzieht dieser Graben immer noch das gesamte Kirschholz.

Die Grenze läuft am Kirschholz vorbei und einige Grenzsteine stehen und liegen dort herum. Manchmal ein wenig versteckt, aber doch zu finden.

Zurück ging es wieder in den Heidwald, in den Bereich mit Namen Frombüsch.

Im Frombüsch befindet sich die erste Hügelgräbergruppe des Heidwaldes, die aus 5 Gräbern besteht.

Beide Hügelgräbergruppen im Heidwald wurden 1899 teilwiese untersucht und angegraben.

Die damals gemachten Funde befinden sich im Museum zu Trier im Archiv.

Diese Hügelgräber sind nicht so gut ersichtlich, aber mit kundiger Führung doch zu erkennen.

Nach ausführlichen Erklärungen über die Bestattungsritten der Kelten und deren Lebensweise beendeten wir die Sichtung der ersten Hügelgräbergruppe.

Weiter geht es durch den Heidwald und nach einiger Zeit sahen wir unnatürliche mit Wasser gefüllte Löcher abseits des Wegs.

Es handelt sich dabei um die Aushubgruben für die Hügelgräber.

Wir befinden uns am schmalsten Ort des Heidwaldes und der lichte Rand erlaubt es einen Blick auf das alte Silwinger Zollamt zu werfen.

Eines der Fotos die Michael ersteigerte wurde von dieser Stelle Richtung Zoll aufgenommen. Was sehr gut zu erkennen war.

Weiter geht es und wir kommen an eine Abzweigung die Richtung Waldwisserstrasse führt. Und folgen diesem Weg.

Etwas 20 Meter von der Einmündung in die Landstraße, am Waldesrand Richtung Hilbringen befindet sich ein altes Wegekreuz.

Auf einer alten Karte von 1936 wurde ich auf ein eingerechnetes Wegekreuz aufmerksam an besagter Stelle aufmerksam. Das sich auf neueren Karten, z.b. 1957, aber nicht mehr befindet.

Nach kurzer Suche im Wald gelang es mir das Kreuz aufzuspüren.

Das eigentlich noch fast das gesamte Kreuz existierte, damit hatte ich nicht gerechnet. Allerhöchstens mit dem Sockel und Überresten.

Eine ovale Inschrift befindet sich vorne, auf der man die Worte Victor Bihl erkennen kann.

Dieses exklusive Fundstück wurde nun den Teilnehmern der Wanderung gezeigt. Alle waren begeistert und erstaunt.

Es gelang sogar das aus Sandstein und in 3 Teile zerbrochenen Kreuz zu bergen, das sich neben dem Kreuz unter dichtem Bewuchs befand.

Fragen an ältere Bürger aus Silwingen, haben noch keine Erkenntnisse über dieses unbekannte Denkmal gebracht.

Wir bleiben natürlich am Ball und versuchen dem Ursprung auf die Spur zu kommen.

Eine Ausweisung als Denkmal ist auch geplant.

Nun überquerten wir kurz die Landstraße und stoßen im anderen Teil des Heidwaldes auf das sogenannte Pulverhäuschen.

Ein kleines Betonhäuschen das dem Zweck diente Sprengmaterial zu lagern, mit dem man eine Straßenblockade errichten konnte.

Nach dessen Besichtigung geht es nun wieder zurück in den größeren Teil des Heidwaldes und weiter zur 2 Hügelgräbergruppe.

Diese Hügel befinden sich näher an der Mülldeponie und nicht weit vom Wege entfernt. Und hier ist auch die Vegetation nicht so dicht.

Die Hügelgräber mit ihrer kuppelförmigen Erhebung sind gut zu erkennen, obwohl der Zahn der Zeit schon an ihnen genagt hat.

Weiter geht es den Weg entlang der dann entweder an der Mülldeponie zur Landstraße führt oder die andere Richtung zum oberen Ende des Heidwaldes, der früher mit y geschrieben wurde Heydwald, und auch Hilbringer Wald genannt wird, obwohl er zum Ballerner Bann gehört.

An einer weiteren kleineren Abzweigung stoßen wir dann auf einige Bäume die einen seltsamen Verwuchs aufweisen von denen Stefan Haas annahm das er von Geschossspuren herrührte.

Einige Zeit ging es am Waldesrand vorbei bevor wir wieder den Heidwald betraten und Richtung Ausgangspunkt zurück ging.

Im Wald selbst ist noch gut die alte Straße, der Saarlouiser Weg, als Hohlweg zuerkennen.

Die Strecke die doch über einige Km ging und die vielen Informationen forderten doch ein wenig ihren Tribut und machten Hungrig und Durstig

Zum Abschluss gab es dann noch einen kleiner Umtrunk mit gegrillten Würstchen und weiteren Gesprächen auf dem Heidwald Parkplatz.

Diese Aktion wurde von den Leuten auch sehr gut angenommen.

Die erste Wanderung des Historischen Arbeitskreises Silwingen ist hiermit abgeschlossen.

Herzlichen Danke an Alle die an der Wanderung teilgenommen haben. Wir waren überrascht das die Zahl der Teilnehmenden doch so groß war. Um die 30… kamen aus Silwingen, Wehingen, Mondorf, Büdingen, Wellingen, Besseringen, Weißkirchen, Waldwiese und Düppenweiler.

Viele interessante Gespräche wurden geführt und neue Erkenntnisse gewonnen. Eine tolle Runde und sehr interessierte Teilnehmer.

Das historische Interesse an unserer Region ist vorhanden.

Weitere Wanderungen und andere Aktionen werden folgen.

Als nächste Wanderung wird die „Biringer Runde“ erwogen.

Unter dem Motto „ Erbhöfe, Handelswege und Tschechische Igel…“

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme:

Markus, Michael und Lothar vom Historischen Arbeitskreis Silwingen