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DAS LIED VON DER MOLDAU, Bertolt Brecht

Liebe Macht und Geldgeilen, alles ist vergänglich …

DAS LIED VON DER MOLDAU

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
 
von Bertolt Brecht

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Quelle: https://pixabay.com/de/prag-moldau-tschechische-republik-1002963/
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Walpurgisnacht – Hexennacht

Heute ist Hexennacht, früher oder in anderen Regionen Walpurgisnacht genannt.

Die Hexennacht, auch Freinacht genannt, wird vorwiegend im süddeutschen Raum von Jugendlichen dazu benutzt den Nachbargemeinden den Maibaum zu Stehlen oder abzusägen oder allerhand Schabernack zu treiben.

Aber diese Tradition ist bei uns schon seit einigen Jahren sehr rückläufig.
Nur noch kleinere Kinder machen ein wenig Unsinn.

Auch wird der Maibaum meist erst am 1 Mai morgens aufgestellt um dessen Abwesenheit oder Fällen zu verhindern.
Die Bewachung des Maibaums war früher immer der Anlaß eines heftigen Umtrunkes.

Leider gehen immer mehr alte Traditionen verloren.

 

Ein kleines Gedicht zur Nacht der Hexen :

Es ist doch lange hergebracht,

Daß in der großen Welt man kleine Welten macht.

Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß,

Und alte, die sich klug verhüllen.

Seid freundlich, nur um meinetwillen;

Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.

Ich höre was von Instrumenten tönen!

Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewohnen.

Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,

Ich tret heran und führe dich herein,

Und ich verbinde dich aufs neue.

Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.

Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.

Ein Hundert Feuer brennen in der Reihe

Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt

Nun sage mir, wo es was Bessers gibt?

(Faust: Walpurgisnacht)

Bild: Lothar Bauer

Johann Wolfgang von Goethe – Der April

 

Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr? 

Denn ihr fragt was gar zu Schönes? 

Gar des lieblichsten Getönes; 

Und in gleichem Sinne fragt ihr.

 

Doch ich glaub' euch zu erfassen: 

Hinter dieser Augen Klarheit

Ruht ein Herz in Lieb' und Wahrheit, 

Jetzt sich selber überlassen,

 

Dem es wohl behagen müsste, 

Unter so viel stumpfen, blinden, 

Endlich einen Blick zu finden, 

Der es auch zu schätzen wüsste.

 

Und indem ich diese Chiffern

Mich versenke zu studieren, 

Lasst euch ebenfalls verführen, 

Meine Blicke zu entziffern!