Gedicht – Max Dauthendey “Maimond”

Max Dauthendey – Maimond

Maimond schwebt über dem Fluß
Und liegt mir glatt vor dem Fuß.

Das Wasser rückt nicht, von der Stelle
Und lugt nur hinauf in die Helle.

Ich schau übers Flußbett hinüber
Ein Lied schlägt die Brücke herüber

Es lacht eine Nachtigall
Eine Brücke aus Freude und Schall.

Es regt sich der Nachtwind im Laub
Es fiel ein Gedanke zum Staub
Maimond aus vergangenen Jahren
Liegt streichelnd auf alternden Haaren.

Maimond zog mich hin mit Verzücken
Sacht über die singenden Brücken,
Und jünger wurde mein Gang,
Solange die Nachtigall sang.

Quellenangabe
title    Maimond
type    poem
author    Max Dauthendey
sender    AdlerBird@gmx.de
created    20021231
http://gutenberg.spiegel.de/buch/max-dauthendey-gedichte-1036/10

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